Biodiversität: Die natürliche Vielfalt erhalten

Wer die Natur schont und die Artenvielfalt fördert, muss nicht auf Gaumenfreuden verzichten. Im Gegenteil. Die Natur wartet mit einer Fülle an Köstlichkeiten auf, die unserem Wohlbefinden zum Besten gereichen. Es lohnt sich also, die natürliche Vielfalt zu schützen und zu unterstützen.

Es ist Frühling, und im Wald duftet es herrlich nach Bärlauch. Da macht ein Spaziergang Appetit – etwa auf Pasta mit Bärlauchpesto. Wenn dann auch noch der feinwürzige Duft von Holunderblüten in der Luft liegt, die ersten frischen Erbsen und Spargeln aus der Region im Angebot sind, dann wissen wir: Der Winter ist definitiv vorbei, der Frühling ist da. Es beginnt zu blühen und zu spriessen in der Natur, die Tage werden länger und freundlicher.

Damit wir und unsere Nachkommen die Freuden des Frühlings alle Jahre wieder in vollen Zügen geniessen können, braucht es eine intakte Natur. Die Biodiversität, wie der etwas sperrige Fachausdruck lautet, muss erhalten werden. «Biodiversität ist die Vielfalt des Lebens», erklärt der WWF den Begriff. «Dazu gehören alle Arten, von den kleinsten Bakterien über Pflanzen bis zu den grössten Säugetieren wie Elefanten und Blauwale. Dazu gehören aber auch die Lebensräume, in denen diese Arten leben, zum Beispiel Wälder, Steppen, Wiesen, Seen und Meere.» Also nicht weniger als unsere gesamte natürliche Umwelt. Wenn vom Erhalt der Arten die Rede ist, denken wir an Tiger, Pandas oder Wale. Beim Begriff Biodiversität an die Alpen, Tropenwälder und Nationalpärke. Damit die Natur nicht aus dem Gleichgewicht gerät, müssen aber auch die Lebensräume hiesiger Arten erhalten und geschützt werden. Besondere Aufmerksamkeit brauchen zum Beispiel auch Vögel wie der Kiebitz und der Auerhahn. Selbst Insekten sind wichtig: Rund drei Viertel der Blütenpflanzen werden von ihnen bestäubt. Ohne Bestäubung würden diese Pflanzen kaum mehr Erträge bringen.

Naturfreundliche Landwirtschaft

«Um den fortschreitenden Verlust der Biodiversität zu stoppen, braucht es den Einsatz aller Akteure in Land- und Forstwirtschaft, Raumplanung und Politik», heisst es bei der Schweizerischen Vogelwarte Sempach. Eine naturfreundliche Landwirtschaft trägt viel zum Überleben mancher Tier- und Pflanzenarten bei. Hochstammobstbäume zum Beispiel ermöglichen Nistplätze für den Grünspecht und den Wendehals. Kiebitz und Feldlerche, die im Kulturland am Boden nisten, brauchen die Unterstützung informierter Landwirte. Die für Bio und TerraSuisse produzierenden Bäuerinnen und Bauern setzen auf naturnahe Lebensräume, was seltenen Pflanzen und Wildtieren zugute kommt. Damit wird die landschaftliche Vielfalt und Artenvielfalt, eben die Biodiversität, gefördert.

Städtische Lebensräume

Wir alle können etwas für den Erhalt und die Förderung der Biodiversität tun. Ast- oder Steinhaufen im Garten, Nisthilfen für Wildbienen und einheimische Gewächse bieten sogar auf dem Balkon Lebensräume und erhöhen die Artenvielfalt – selbst mitten in der Stadt.

Auch beim Essen können wir der Natur Gutes tun. Lebensmittel aus naturnahem Anbau brauchen weniger oder keine Pestizide und schonen damit den Boden und die darin lebenden Organismen. Und indem wir traditionelle Obst-, Gemüse und Getreidesorten bevorzugen, fördern wir die regionale genetische Vielfalt. Der Erhalt der Biodiversität lässt sich also wunderbar mit dem Geniessen verbinden.